Windräder: im Norden
zwölfmal dichter
Der Bundestag streitet über Windkraft an Land. Fahr selbst durch 43 Jahre Marktstammdatenregister: Jeder Punkt ist eine Anlage, die ans Netz ging, 33.887 seit 1983, an Land und auf See. Schleswig-Holstein kommt heute auf 232 Anlagen je 1.000 Quadratkilometer, Bayern auf 19.
Der Norden hat den stärkeren Wind, das erklärt einen Teil des Gefälles. Aber nicht alles: Das Mittelgebirgsland Rheinland-Pfalz kommt auf 91 Anlagen je 1.000 Quadratkilometer, Hessen auf 59, Bayern mit der größten Landesfläche auf 19. Seit der bayerischen 10H-Regel von 2014, gelockert 2022, fiel der Zubau dort von 161 auf unter 20 Anlagen im Jahr. Die Zeitleiste zeigt zudem den bundesweiten Bruch: 2017 gingen 2.080 Anlagen ans Netz, 2019 nach der Umstellung auf Ausschreibungen noch 441. Heute verpflichtet das Windenergieflächenbedarfsgesetz jedes Bundesland auf ein Flächenziel bis 2032: bundesweit 2 Prozent, für Bayern 1,8.
Und die EU? Fast ein Drittel der EU-Windkraft steht in Deutschland: 72,7 von 231,1 Gigawatt.
Gigawatt Windkraft-Kapazität netto, Ende 2024. Quelle: Eurostat, Tabelle nrg_inf_epcrw.
Was wäre vernünftig, wenn ein Land ein Drittel der EU-Windkraft trägt und ein Fünftel seiner Fläche fast keine baut?
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